UnSichtbar

Christoph Damm   2011   Berlin


Das Wahrnehmungsvermögen und der Bewusstseinszustand haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte verändert. Die Kunst und ihre Darstellungsweisen reflektierend, ist der Einfluss des jeweiligen Zeitalters erkennbar: Kunst übersetzt Erfahrungen und reflektiert das Leben. Unsere Kultur hat sich von der Natur emanzipiert, die Verbindung von Materie und deren Ästhetik löste sich auf. Substanzlos wirkende Kunst scheint eine intellektuelle Diskussion anzuregen. Readymades, weiße Bilder, leere Bilderrahmen oder Glasscheiben, die nur Schlaglichter und Schattenhaftes wiedergeben, zeigen emotional entleerte Darstellungen. Ist das ein Kunstbegriff, der durchdachte Aussagen fordert, der sich bewusst mit dem Ungesehenen verbindet? Kunst unter der Tarnkappe?

 

Tarnkappe und Tarnmantel schienen für Helden wie Siegfried aus der Nibelungensage oder Harry Potter unverzichtbare Utensilien zu sein. Tarnkappen-Flugzeuge, Strahlenbelastung und Korruption hingegen werden weltweit thematisiert und diskutiert. Dies lässt auf einen Wandel im Bewusstsein der Menschheit hoffen.

 

Die Installation zeigt einen Kubus mit der Kantenlänge von 2,8 Meter, dessen Seiten aus gefalteten, aufgehängten DinA 4 Papieren bestehen. Durch Schwarzlicht beleuchtet, erstrahlt weißes Papier, fallen die gedruckten GPS-Daten aller, in der Welt gebauten und in Bau befindenden Kernkraftwerke ins Auge. Die geografischen Koordinaten der Längen- und Breitengrade stehen für ein abstraktes Darstellungssystem von Wirklichkeit.

Der Kubus grenzt einen Raum ein, das Papier deutet Mauern an, die auf einen verdeckten Sachverhalt hinweisen. Mit dieser Arbeit wird auf die Wahrnehmbarkeit der evolutionären - soziokulturellen Zusammenhänge zwischen Mensch und Kulturtechnik hingewiesen.

 

Endlos sind die dazugehörigen Geräusche der "UnSichtbar" schreitenden Menschen. Seit Urzeiten begleitet der Raum die Menschheit auf ihrem Entwicklungsweg. Raum als eine politische Notwendigkeit, als lebenserhaltende Maßnahme, als künstlerisches und kulturelles Ereignis. Die sich bedingenden Zustände lassen sich nur im eigenen Erleben erfahren und beurteilen. Der Mensch als Erzeuger und Schöpfer befindet sich hierbei im Mittelpunkt der Anschauung.


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